Kalligrafische Porträts

Kalligrafische Porträts

Eine Auswahl aus der Serie „Kalligrafische Szenen“. Eine Sequenz sehr reduzierter und schnell gemalter, ikonenhafter Szenen. Die gesamte Serie besteht aus 70 Kartons. Die Tafeln sind jeweils 22 x 25 cm groß. Verwendet habe ich Dispersionsfarbe und Tusche.

Die kalligrafischen Tafeln zeigen eine reduzierte Bildsprache und verlagern den Schwerpunkt stärker auf den zeichnerischen Akt. Im Zentrum steht die Linie als primäres Ausdrucksmittel, ausgeführt mit Tuschepinsel und in einer deutlich gestischen Handschrift. Die Arbeiten entstehen aus unmittelbarer Bewegung und bewahren den Charakter des Setzens und Verdichtens.

Die kalligrafische Qualität ergibt sich weniger aus Schriftbezügen als aus Rhythmus, Druck und Variation der Linie.
Strichfolgen verdichten sich zu Gesichtern, lösen sich wieder auf und bleiben als Spur lesbar.
Dabei entsteht eine Spannung zwischen Kontrolle und Offenheit, zwischen gesetzter Form und Prozess.

Die Reduktion auf wenige Mittel führt zu einer konzentrierten Bildstruktur, in der jeder Eingriff sichtbar bleibt.
Fläche entsteht hier nicht durch Ausmalen, sondern durch Überlagerung und Wiederholung von Linien.
Die Porträts wirken dadurch weniger als Abbild, sondern als Resultat eines fortlaufenden bildnerischen Vorgangs.

In diesem Sinne bewegen sich die Arbeiten zwischen Zeichnung und Malerei.
Der Einsatz des Pinsels erweitert die Linie ins Malerische, ohne deren Direktheit aufzugeben.
Der Bildraum wird zum Ort eines verdichteten Schöpfungsakts, in dem sich Geste, Material und Motiv untrennbar verbinden.

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